Herbert am 3.6.2003 in der Waldbühne
Herbert Grönemeyer in der Waldbühne
Auch als Top-Star heißt dieser Mensch Mensch Mensch, Mensch, Mensch, Herbert. Er hat noch nicht den ersten Ton gesungen, da badet er schon in der großen Badewanne der Sympathie.
Als hätte auch er es nicht erwarten können, kam Herbert Grönemeyer ganz unstargemäß schon 15 Minuten vor dem angesagten Konzertbeginn in die Waldbühne. Schüttelte erst mal Hände, Hände, Hände, ehe er dann die Bühne enterte. "Blick ins Licht - kein Weg zurück. . . ", ja, er sang, was die 20 000 fühlten: "Sommerträume werden Wirklichkeit".
Wie ein Derwisch fegte er über die Bühne, immer vor den Laufstegen: "Komm in die Gänge". Grönemeyer braucht die Aufforderung aus seinem Titel kaum, ist voll drin. In seinem Element. Ist Feuer, Wasser, Erde, ist Mensch.
Herbert dichtet zwischendurch schnell mal einen Text: "Es ist keine Stadt wie Berlin". Und es ist kein Sänger wie Herbert. Er beschert Gänsehaut, lässt sein Publikum Gefühle sehen und spüren.
Als er "Männer" anstimmt, brodelt der Waldbühnenkessel, singt, tanzt, klatscht. Herbert trägt dabei den VfL-Bochum-Schal, den ein Fan ihm zuwirft. "Ich fühl mich ohne Worte".
Die ersten Minuten der Feuerzeuge, der Tränen und umarmten Pärchen. Grönemeyer denkt an Anna: "Hast jeden Raum mit Sonne geflutet. . . ". Aber der "Mensch heißt Mensch" - und das Publikum tritt zur rhytmischen Armgymnastik an. Der angesagte Schluss nach fast drei Stunden erweist sich als Gag. Denn Herbert legt noch mal los, bringt seine Fans mit Titeln wie "Flugzeuge im Bauch" zum Toben. "Momentan ist richtig", Mensch, Herbert, Danke!