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Herbert Grönemeyer

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Mal spaßig, mal melancholisch: Grönemeyer wieder auf der Bühne

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Herbert Grönemeyer ist zurück auf den Open-Air- Bühnen: Etwas schüchtern ins Publikum winkend, trat der deutsche Megastar am Donnerstag in Leipzig um Punkt 20.25 Uhr zum Auftakt seiner gut einmonatigen Konzerttournee vor sein Publikum. Was dann folgte, waren zweieinhalb Stunden Grönemeyer pur: ein Wechselbad aus Spaß, Stimmung, Nachdenklichkeit und Melancholie. Mal rannte der 51- Jährige wie aufgedreht herum, mal setzte er sich ganz ernst blickend ans Keyboard.
Und auch die fast traditionellen Verhaspeler durften nicht fehlen. Herbert in seinem Element. Die 48 000 Fans im Leipziger Zentralstadion waren begeistert. "Ihr Herbert" ist immer noch der Alte, ehrlich und menschlich, wenn auch nicht so emotional wie bei seiner "Mensch"-Tour 2002 bis 2004.

Ganz unspektakulär schritt er zum Konzertbeginn über einen 40 Meter langen Laufsteg mitten durchs Publikum und setzte sich an dessen Ende allein an ein Piano. Nicht etwa mit einem seiner vielen Klassiker, sondern mit dem leisen "Leb in meiner Welt" vom aktuellen Album "12" legte er dann los. Gänsehaut-Feeling gleich zu Beginn. So leise sollte es nicht bleiben. Gleich im Anschluss forderte er sein Publikum zu guter Laune auf: "Kopf hoch, tanzen".

Die Aufregung war dem 51-Jährigen deutlich anzumerken. "Man denkt sich vor dem ersten Auftritt immer, was alles schief gehen könnte, ob die Leute einen wieder erkennen", bekannte Grönemeyer nach vier Titeln. Er habe zuletzt schlecht geschlafen. "Man wird schon ein bisschen kirre. Aber es legt sich." Spätestens mit seinen Evergreens "Männer" und "Bochum" hatte der Star das Publikum für sich gewonnen. Da hielt es keinen mehr auf den Sitzen.

Grönemeyer gelang es, neben den Klassikern aus seiner 25-jährigen Musikkarriere auch fast alle Titel seines im Frühjahr erschienen Albums "12" im Programm unterzubringen. Dabei offenbarte das Publikum allerdings manche Textunsicherheit, so dass zwischendurch ein bisschen die Spannung aus dem Konzert zu verloren gehen drohte. Manch einem Fan wird das Herz vor Schreck in die Hose gerutscht sein, als Grönemeyer nach nicht einmal anderthalb Stunden zum ersten Mal "Tschüs" rief und die Bühne verließ. Danach freilich kehrte er noch einmal für rund eine Stunde zurück und drehte richtig auf.

Als er seine WM-Hymne "Zeit, dass sich was dreht" auspackte, war das Leipziger Publikum kaum mehr zu bremsen. Mancher fühlte sich an jene euphorische Zeit des vergangenen Fußball-Sommers erinnert. Grönemeyer, bekennender Fußball-Fan, wird während der gut einmonatigen Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz in nahezu allen WM-Arenen auftreten.

Grönemeyer wäre aber nicht Grönemeyer, wenn er nicht zwischendurch für ein politisches Statement hart auf die Bremse treten würde. Als er den Titel "Marlene" von seiner neuen CD angekündigte, wurde der 51-Jährige ernst. In dem Lied prangert er den "Zynismus des Westens" im Kampf gegen Aids an. Die Fans rief er auf, die von ihm mitgegründete Aktion "Deine Stimme gegen Armut" zu unterstützen.

Die Show kam ohne die ganz großen technischen Effekte aus. Bei dem Altmeister stand die Musik im Mittelpunkt, kein Schnickschnack wie bei manch aktuellem Jugendstar.



Created by tom | Last modified 26.05.2007 00:18
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